Der März fühlt sich oft wie ein Übergangsmonat an. Die Tage werden länger, erste Blumen blühen – doch auf dem Teller wirkt der Frühling noch etwas zögerlich. Viele Menschen greifen weiterhin zu importierten Lebensmitteln, obwohl regionaler Anbau gerade jetzt besonders spannend wird. Ein saisonaler Einkauf hat gleich mehrere Vorteile: Lebensmittel schmecken frischer, enthalten häufig mehr Nährstoffe und verursachen in vielen Fällen weniger Treibhausgasemissionen durch Transport, Lagerung oder energieintensive Produktion.

Schätzungen zufolge verursachen globale Ernährungssysteme etwa 21–37 % der weltweiten Treibhausgasemissionen¹. Wer sich stärker am Saisonkalender orientiert, kann also einen echten Unterschied machen – ohne komplizierte Regeln. Der März markiert dabei den Übergang in die neue regionale Gemüsesaison. Welche Lebensmittel jetzt Saison haben und warum sie nachhaltiger sein können, erfährst du in diesem Artikel.

🥕 Was bedeutet „saisonal essen“ eigentlich?

Saisonal essen bedeutet, Lebensmittel dann zu konsumieren, wenn sie natürlich in der jeweiligen Region wachsen oder aus regionaler Lagerung stammen. Dadurch können Transportwege, Energie für beheizte Gewächshäuser und lange Kühlketten reduziert werden.

In Deutschland stammen viele Wintergemüse im März noch aus Lagerbeständen der Herbsternte, etwa Kartoffeln oder Kohl. Gleichzeitig beginnt langsam die neue Freiland-Saison mit ersten Frühlingsgemüsen.

Der ökologische Effekt kann messbar sein: Laut Umweltbundesamt verursacht importiertes Obst und Gemüse, das per Flugzeug transportiert wird, deutlich höhere Emissionen als regionale Produkte².

Ein Beispiel:

  • Spargel aus Peru im Winter: häufig Lufttransport → sehr hoher CO₂-Fußabdruck
  • Spargel aus Deutschland im April/Mai: kurze Transportwege → deutlich geringere Emissionen

Saisonalität ist daher ein wichtiger Baustein für nachhaltigere Ernährung.


🥬 Saisonales Gemüse im März

Auch wenn der Frühling noch nicht vollständig da ist, bietet der März eine überraschend vielfältige Auswahl an regionalem Gemüse.

Frisch aus regionalem Anbau

Diese Gemüse starten jetzt langsam in die Saison:

  • 🌿 Spinat
  • 🥬 Feldsalat
  • 🌱 Rucola
  • 🧅 Frühlingszwiebeln
  • 🥗 Postelein (Winterportulak)

Besonders Spinat ist ein typisches Frühjahrsblattgemüse. Bereits im März kann er aus geschütztem Freilandanbau oder ungeheizten Gewächshäusern regional geerntet werden.

Er liefert unter anderem:

  • Vitamin C
  • Folat
  • Eisen
  • sekundäre Pflanzenstoffe

Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse wird von der Weltgesundheitsorganisation mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und andere chronische Krankheiten in Verbindung gebracht³.


Gemüse aus regionaler Lagerung

Viele Klassiker stammen im März noch aus der Herbsternte, sind aber dank moderner Lagertechnik weiterhin verfügbar.

Typische Lagergemüse:

  • 🥕 Karotten
  • 🥔 Kartoffeln
  • 🧅 Zwiebeln
  • 🧄 Knoblauch
  • 🥬 Weißkohl
  • 🥬 Rotkohl
  • 🥦 Rosenkohl
  • 🥔 Knollensellerie
  • 🌿 Lauch

Diese Gemüsesorten sind nicht nur lange haltbar, sondern verursachen häufig relativ geringe Treibhausgasemissionen. Lebenszyklusanalysen zeigen, dass pflanzliche Grundnahrungsmittel deutlich geringere Emissionen verursachen als tierische Produkte⁴.

Ein Beispiel aus globalen Durchschnittsdaten:

  • 1 kg Kartoffeln: etwa 0,3 kg CO₂-Äquivalente
  • 1 kg Rindfleisch: etwa 50–60 kg CO₂-Äquivalente

Die Wahl der Lebensmittel hat daher einen erheblichen Einfluss auf die Klimabilanz der Ernährung.


🍎 Obst im März: Regional noch begrenzt

Während beim Gemüse bereits einiges wächst, ist die Auswahl beim Obst im März kleiner.

Regional verfügbar sind meist noch:

  • 🍏 Äpfel
  • 🍐 Birnen

Diese stammen in der Regel aus kontrollierter Lagerung. Moderne CA-Lager (Controlled Atmosphere) ermöglichen es, Äpfel mehrere Monate frisch zu halten.

Importiertes Obst wie

  • Erdbeeren
  • Mangos
  • Blaubeeren

legt dagegen häufig tausende Kilometer Transportweg zurück. Transport, Kühlung und Verarbeitung tragen zum Energieverbrauch globaler Lebensmittelketten bei⁵.

Das bedeutet nicht, dass importiertes Obst grundsätzlich vermieden werden muss – aber ein bewusster und saisonaler Konsum kann helfen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.


🌍 Warum saisonale Ernährung klimafreundlicher sein kann

Saisonale Lebensmittel können mehrere Umweltvorteile haben.

1️⃣ Weniger Transportemissionen

Regionale Produkte werden häufig über kürzere Distanzen transportiert. Besonders Luftfracht verursacht sehr hohe Emissionen im Vergleich zu Schiffs- oder Landtransport².

2️⃣ Weniger Energie für beheizte Gewächshäuser

Beheizte Gewächshäuser benötigen teilweise erhebliche Energiemengen. Studien zeigen, dass Wintertomaten aus beheizten Gewächshäusern deutlich höhere Emissionen verursachen können als Freilandtomaten im Sommer⁶.

3️⃣ Weniger Lebensmittelverschwendung

Frisch geerntete Lebensmittel haben oft eine längere Haltbarkeit. Das ist relevant, denn weltweit gehen laut UNEP etwa 17 % der verfügbaren Lebensmittel auf Verbraucher- und Handelsebene verloren oder werden weggeworfen⁷.


🥗 Saisonale Küche im Alltag: Drei einfache Ideen

Saisonal essen muss nicht kompliziert sein. Gerade im März lassen sich einfache und leckere Gerichte kochen.

🥔 Kartoffel-Spinat-Pfanne

Zutaten:

  • Kartoffeln
  • frischer Spinat
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Olivenöl

Ein einfaches Gericht mit regionalen Zutaten und viel Geschmack.


🥕 Ofengemüse aus Wintergemüse

Perfekt geeignet:

  • Karotten
  • Sellerie
  • Pastinaken
  • Kartoffeln

Mit Kräutern und etwas Olivenöl im Ofen rösten – fertig ist ein nachhaltiges Comfort-Food.


🥗 Feldsalat mit Apfel und Walnüssen

Ein klassischer Wintersalat, der im März noch gut verfügbar ist.

Kombination:

  • Feldsalat
  • Apfelscheiben
  • Walnüsse
  • Senf-Honig-Dressing

Gesund, regional und schnell gemacht.


🌱 Die Zukunft der nachhaltigen Ernährung

Immer mehr Städte fördern regionale Lebensmittelnetzwerke wie Wochenmärkte, solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) oder urbane Gärten.

Internationale Analysen zeigen, dass nachhaltigere Ernährungssysteme eine wichtige Rolle spielen können, um gleichzeitig Umweltbelastungen zu reduzieren und die öffentliche Gesundheit zu verbessern⁸.

Digitale Tools unterstützen zusätzlich: Saisonkalender-Apps oder Herkunftskennzeichnungen im Handel helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern, bewusste Entscheidungen zu treffen.

Der Trend ist klar: Ernährung wird transparenter, regionaler und klimabewusster.

Fazit

Der Saisonkalender für März zeigt, dass nachhaltige Ernährung auch am Ende des Winters möglich ist. Lagergemüse wie Kartoffeln, Kohl oder Karotten bilden weiterhin die Basis regionaler Küche, während erste Frühlingsgemüse wie Spinat und Feldsalat frische Abwechslung bringen. Wer saisonal einkauft, kann Transportwege reduzieren, Energie sparen und regionale Landwirtschaft unterstützen. Gleichzeitig entstehen einfache, gesunde und leckere Gerichte – ganz ohne komplizierte Ernährungsregeln. Der März ist deshalb ein guter Zeitpunkt, um den eigenen Speiseplan stärker an der Natur auszurichten. 🌱

Literatur

  1. Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Climate Change and Land: An IPCC Special Report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems. Geneva: IPCC; 2019. Available from: https://www.ipcc.ch/srccl/
  2. Umweltbundesamt. Lebensmittel und ihre Klimabilanz. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt; 2023. Available from: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-im-alltag/lebensmittel
  3. World Health Organization. Healthy diet. Geneva: WHO; 2023. Available from: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/healthy-diet
  4. Poore J, Nemecek T. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science. 2018;360(6392):987-992. doi:10.1126/science.aaq0216
  5. International Energy Agency. Energy and the food system. Paris: IEA; 2023. Available from: https://www.iea.org/reports/energy-and-the-food-system
  6. European Environment Agency. Food in a green light – A systems approach to sustainable food. Copenhagen: EEA; 2017. Available from: https://www.eea.europa.eu/publications/food-in-a-green-light
  7. United Nations Environment Programme. Food Waste Index Report 2024. Nairobi: UNEP; 2024. Available from: https://www.unep.org/resources/report/food-waste-index-report-2024
  8. Organisation for Economic Co-operation and Development. Policies for sustainable food systems. Paris: OECD; 2023. Available from: https://www.oecd.org/food-systems/

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